Besucherzentrum Nationalpark Schwarzwald

Projekt Beschreibung

Das „Wesen des Nationalparks Schwarzwald“ in Architektur zu transformieren, war das Ziel des offenen Wettbewerbs zur Formfindung eines Besucherzentrums. Wir sind der Meinung dass sich das Bild des Schwarzwaldes, das von der Heimatfilmwelt der 1950er Jahre geprägt ist, durch die Installation des Nationalparks nachhaltig verändern wird. Der Schwarzwald wird entromantisiert, rauher, aber nicht weniger mythisch werden. Das Wesen des Schwarzwalds wird von Zerfall und Erneuerung geprägt sein, von Welken und Blühen. Unsere Ambition ist es, diese Wesensmerkmale in Architektur zu übersetzten.

Wir generieren ein Gebäude das von unterschiedlichen Zerfallszonen geprägt ist. Der Teil des Gebäudes, der der Straße zugewandt ist, erhält die Charakteristik eines Verkehrsbauwerks. Seine Halbwertszeit ist ähnlich der von Straßen oder Brücken und die Form ist von einer rauhen, orthogonalen Architektur geprägt. Der zum Wald orientierte Teil ist organischer geformt, greift mit seinen „Wurzeln“ auch weit in den Wald hinein und erlaubt dadurch die direkte Verifizierung des in der Ausstellung vermittelten Wissens. Dieser Teil des Gebäudes ist konstruktiv und texturell kurzlebiger und erneuert und verändert sich in weitaus kürzeren Zeiträumen. Ergänzt wird das Gebäude durch gezielt schnell zerfallende Elemente wie textile Abspannungen oder biologische Elemente, die sich im Jahrezyklus erneuern.

Auf diese Weise wird das Gebäude analog zum Nationalpark in einem Status Quo installiert, erreicht seine zum heutigen Zeitpunkt noch nicht absehbare Form aber erst in einigen Jahrzehnten. Wie der (Ur)Wald des Nationalparks wächst das Gebäude und wird mit jeder Erneuerungs- und Zerfallsphase komplexer und interessanter.

 

Vielen Dank an Anamnesia Strasbourg für das großartige Ausstellungsdesign und an die AG Freiraum aus Freiburg für die hervorragende Unterstützung bei der landschaftsarchitektonischen Konzeption.

Projekt Details

Client: Land Baden-Württemberg / Vermögen & Bau Pforzheim

Tags: Architektur, Digital, Forschung, Regional

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